Hintergründe

 

Die Baptisten, übersetzt die Täufer, gingen aus dem linken Flügel der Reformation hervor.

Von Anbeginn setzten sie sich für Glaubens-, Religions- und Gewissensfreiheit ein „Sollen sie Ketzer, Türken, Juden oder sonst etwas sein." - so Thomas Helwys im ältesten englischsprachigen Zeugnis von Menschenrechten 1612 in England, weil „der König nicht alles bestimmen kann und darf.“ Jeder Mensch „ist frei zu entscheiden, zu wechseln, zu verlassen“ – 1609 John Smith in Amsterdam. 1636 gründete Roger Williams die zweite Kolonie Rhode Island mit diesen Menschenrechten in ihrer Verfassung. Wirklich errungen wurde diese Trennung von Kirche und Staat, die Gott sei Dank heute in vielen Teilen dieser Welt selbstverständlich ist, gemeinsam mit dem Präsidenten Thomas Jefferson in Virginia.

1786 gründete William Carey die erste baptistische Weltmissionsgesellschaft in England. Er gilt als der Begründer der modernen Weltmission, jenseits von Kolonialismus und Bekehrung durch das Schwert. Er war Missionar und Menschenrechtler in einem. In diesen Traditionen standen später Dr. Martin Luther King jr, Billy Graham u.v.m.

Die erste Versammlung in Wien fand 1845 statt. Polizeiliche Auflösungen, Zwangstaufen etc. gehörten hier mit zum Alltag. 1869 regelt das Gesetz in Österreich den Übertritt von einer Kirche oder Religionsgesellschaft zur anderen, in dieses Jahr fällt die Gründung der ersten Wiener Baptistengemeinde. Wie stark Verkündigung, Diakonie und Prophetie als die eine Mission zusammengehören, zeigte Pastor Arnold Köster, der während der gesamten Naziherrschaft regimekritisch predigte und dessen Gemeinde vielen verfolgten Juden half.

Heute gehören die Baptisten mit rund 120 Millionen Menschen zu den weltweit größten protestantischen Kirchen.

Link: Bund der Baptistengemeinden in Österreich