Gemeinsam Österreich erreichen

Reinhold Eichinger im Interview zum Bund Evangelikaler Gemeinden in Österreich

 

Auf welche Weise sind die Evangelikalen Gemeinden für Menschen da?
Es ist uns ein Anliegen, Menschen jenen Reichtum zu vermitteln, den wir selbst durch unseren Glauben an Jesus Christus erleben. Dieses Geschenk, diesen Frieden und diese Freude wollen wir teilen. Das kann überall und jederzeit geschehen: in Form von persönlichen Begegnungen, Gesprächsrunden oder biblischen Diskussionen, oder natürlich durch einen Gottesdienstbesuch. Für Menschen da zu sein bedeutet aber auch, ganz praktisch zu helfen.

Was zeichnet die Gottesdienste aus?
Neue Gäste beschreiben es oft so: Fröhlichkeit, ein familiäres Miteinander von Jung und Alt sowie Vielfalt in der Gestaltung, in die sich viele einbringen. Wir wollen den Schöpfer erheben und auf sein Wort hören, ihm im freien Gebet, mit Musik und mit Erfahrungsberichten Ehre geben und mit diesen einander ermutigen. Meist steht die Predigt im Mittelpunkt. Für Kinder gibt es üblicherweise ein eigenes, altersgerechtes Programm. Vielerorts bleiben die Leute nach dem Gottesdienst noch gern bei Kaffee und Kuchen oder sogar zum Essen zusammen. Gäste empfinden es immer wieder als erfreulich, wie wir christliche Gemeinschaft leben.

Welche Entwicklung der letzten Zeit begeistert dich?
Es ist schön zu sehen, dass wir als Evangelikale zunehmend in der Öffentlichkeit Beachtung finden. Ein Beispiel: Wir fühlen uns stark mit dem so genannten „dritten Flügel“ der Reformation verbunden, den Täufern. Vieles von dem, was freikirchliche Lehre heute weltweit kennzeichnet, haben die Täufer wiederentdeckt. Gerade in Österreich endeten jedoch viele von ihnen als Märtyrer auf dem Scheiterhaufen. Das war der Öffentlichkeit bisher kaum bekannt. Umso mehr freut es mich, dass wir nun mit dem Täufermuseum im Museumsdorf Niedersulz (Niederösterreich) das Wissen um unsere Geschichte erweitern dürfen.

Ganz besonders begeistert mich, dass die Botschaft des Evangeliums in dieser Zeit das Leben von immer mehr Menschen völlig zum Guten verändert. Viele bekräftigen das, indem sie sich öffentlich taufen lassen. Das ist für mich immer ein großartiges Fest!

Warum haben sich die Evangelikalen Gemeinden in Österreich zu einem Bund zusammengeschlossen?
Ganz einfach: Gemeinsam können wir mit Gottes Hilfe mehr in diesem Land bewegen. Schon seit der Gründung des Bundes 1992 ist es unser Ziel, Österreich mit der Frohen Botschaft von Jesus Christus zu erreichen. Dem soll entgegenkommen, dass wir an immer mehr Orten Gemeinden anbieten. Daher ist es eines unserer obersten Ziele, weitere Gemeinden im Inland und auch im Ausland zu gründen. Für eine einzelne Gemeinde wäre das viel schwieriger umsetzbar.

Darüber hinaus verändert sich unsere Gesellschaft mit rasanten Schritten. Mehr als eine Million Menschen mit fremder Muttersprache und Religion leben mittlerweile in Österreich. Auch sie möchten wir mit dem Evangelium erreichen. Dabei sind wir täglich mit Elend und Not konfrontiert. Mit unserer Organisation „Hilfe, die ankommt“ können wir hier wirksam und punktgenau helfen. Gemeinsam ist auch in dieser Beziehung viel mehr möglich. Und letztendlich müssen wir bestehende Werte und Wege immer neu hinterfragen und begründen. Gemeinsam können wir uns mit theologischen Fragen und zeitgeistigen Strömungen gründlicher auseinander setzen und biblische Antworten suchen.

Bei all dem Genannten ist uns dennoch die Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit der einzelnen Gemeinden überaus wichtig. Die Bundesleitung dient als ausführendes Organ im Auftrag der Gemeinden. Kurz gesagt: Wir sehen uns von Gott mit einem großartigen Auftrag betraut. In nur wenigen Jahren ist mit seiner Hilfe vieles entstanden. Offensichtlich hat er aber noch viel mehr in unserer Nation vor. Und das möchten wir „ganz vorne“ miterleben!

Mehr zu Reinhold Eichinger ...